Es tut mir gut, Verantwortung für Maily zu tragen
Alina wohnt mit ihrer Assistenzhündin im betreuten Wohnhaus Kleinhüningen. Hier fühlt sie sich sicher.
Die erste Reaktion auf unser Klingeln ist ein lautes Bellen. Sekunden später steht eine schwarze Labradorhündin schwanzwedelnd hinter der Eingangstür des Wohnhauses Kleinhüningen. Die 18 Monate alte Maily freut sich sichtlich über den Besuch. Zum Zeitpunkt des Interviews lebt sie seit rund anderthalb Jahren zusammen mit ihrer Besitzerin Alina in dem Altbau in Kleinbasel. Aber Maily ist kein gewöhnliches Haustier: Als Assistenzhündin ist sie für Alina eine zentrale Stütze im Alltag. Die 23-Jährige leidet an dissoziativen Krampfanfällen, die teilweise mehrmals pro Woche auftreten. «Maily erkennt die Anzeichen solcher Krampfanfälle manchmal früher als ich selbst und kann mich dadurch vor Stürzen schützen», erzählt Alina. «Im Notfall bringt sie mir meine Medikamente. Und wenn ich nicht mehr reagieren kann, bleibt sie bei mir und versucht, mich aufzuwecken.» Nachts holt die Assistenzhündin sie aus ihren Albträumen, und beim Einkaufen bleibt Maily hinter ihrer Besitzerin, damit sich diese sicherer fühlt.
Begleitetes Wohnen in Basel: ein Zuhause mit der nötigen Betreuung
Ihre Ausbildung zur Fachfrau Betreuung in einer Kindertagesstätte musste Alina wegen ihrer Krankheit kurz vor dem Lehrabschluss abbrechen. Zurzeit ist sie arbeitsunfähig. «Ich bin meist die Einzige, die tagsüber im Wohnhaus ist. Dann ist es hier fast ein wenig langweilig.» Sie versuche, trotz allem ihren Alltag sinnvoll zu gestalten: «Ich bringe mich, so gut ich kann, im Wohnhaus ein, helfe zum Beispiel beim Kochen und Einkaufen.» Und natürlich muss sie sich um ihren Hund kümmern: «Maily braucht viel Aufmerksamkeit, sie hält mich auf Trab. Durch sie habe ich wieder Struktur im Alltag gefunden», sagt Alina. «Sie schenkt mir Lebensfreude und das Gefühl, gebraucht zu werden. Es tut mir gut, die Verantwortung für sie zu tragen.» Als Assistenzhund darf Maily überall dabei sein, sogar im Spital.
Bald allein wohnen
Alina hat die Labradorhündin in den vergangenen rund anderthalb Jahren unter Anleitung des Assistenzhundezentrums Schweiz selbst trainiert. Maily wird Alina auch dann noch rund um die Uhr zur Seite stehen, wenn die junge Frau nicht mehr im betreuten Wohnhaus in Kleinhüningen lebt. Ihr Ziel sei es, Sozialpädagogik zu studieren – und, nach Jahren in einer grossen Wohngruppe, bald allein zu wohnen. «Ich möchte mir meine eigene kleine Oase schaffen, in der ich mich sicher fühle. Einen Platz, an dem ich ankommen darf, mit allem, was zu mir gehört.»
«Hier im Wohnhaus bekomme ich Halt und Sicherheit»
Empathische Betreuung im Jugendheim
André, Jan, Jasmin und Rosi sind agogisch oder sozialpädagogisch ausgebildete Betreuungspersonen. Die Begrüssung fällt auf beiden Seiten sehr herzlich aus. Bei den Betreuungspersonen spürt man ihre grosse Empathie für die jungen Menschen und ihr Interesse daran, wo die Jungen heute stehen. Die enge Beziehung zu ihren Begleitpersonen ist bei den Ehemaligen offensichtlich. Sie stehen beieinander und erzählen aus ihrem Leben.
Zusammenfassung in einfacher Sprache
Alina wohnt mit ihrer Assistenz-Hündin im betreuten Haus Kleinhüningen. Alina leidet an Krampf-Anfällen. Die Hündin unterstützt sie Tag und Nacht. Alina möchte studieren und allein wohnen. Ihre Hündin wird immer bei ihr sein und ihr helfen.