Meine Ausbildung zur Sozialpädagogin HF
Was macht eigentlich eine Sozialpädagogin? Muriel spricht über ihre Erfahrungen während der Ausbildung und was sie bei den Menschen, die sie begleitet, am meisten beeindruckt.
Seit zwei Jahren arbeitet Muriel im Wohnhaus Kleinhüningen, aktuell mit 60 %. Gleichzeitig studiert sie berufsbegleitend während dreier Jahre an der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales in Aarau Sozialpädagogik HF. «Ich setze mich gerne für Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit ein und helfe Menschen, Probleme zu lösen, auch wenn es nicht immer eine Lösung gibt». So sieht sie die Aufgaben einer Sozialpädagogin. Vorher hat sie eine Lehre zur Fachfrau Betreuung in einer Kinderkrippe abgeschlossen. Später möchte sie Psychologie studieren.
Junge Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen als Sozialpädagogin begleiten
Es ist kurz vor dem Interview und Muriel öffnet unbeschwert die Tür zum Wohnhaus Kleinhüningen. Ihre braunen Augen blicken ruhig und wach. Die Nachtschicht sieht man ihr nicht an. Es war eine ruhige Nacht in ihrem Wohnhaus, wo 16 junge Menschen ein temporäres Zuhause finden. Sie haben kognitive und/oder psychische Beeinträchtigungen und befinden sich in einer beruflichen Abklärung, Ausbildung oder Neuorientierung. In insgesamt fünf Wohnhäusern und einzelnen Wohnungen begleitet das BSB junge Menschen während einer beruflichen Massnahme.
Gespräche führen, zuhören und geduldig sein sind wichtig
Zu Muriels Aufgaben als angehende Sozialpädagogin HF gehören Gespräche mit den jungen Menschen, Begleitung zu Terminen oder das gemeinsame Kochen des Nachtessens, ferner interdisziplinäre Kontakte mit Schule, Ausbildungsbetrieb, Therapeuten und Ärztinnen sowie das Schreiben von Rapporten. Das scheint ein anspruchsvolles Arbeitsumfeld für eine junge Frau Anfang 20 zu sein. Muriel wirkt ruhig und besonnen. Die schwierigen Lebensumstände der jungen Menschen oder die emotionale Belastung gehen ihr manchmal nahe. In einer Krise helfe es ihr, innere Ruhe auszustrahlen. Ruhe sei Teil ihres Charakters. Das ist eine mögliche Voraussetzung für den Beruf der Sozialpädagogin, des Sozialpädagogen. Es sind immer mehrere Betreuungspersonen vor Ort, ausser bei der Nachtschicht. Dann kann Muriel jederzeit mit einem ausgebildeten Teammitglied telefonieren, welches Pikettdienst hat.
Jugendliche in Basel begleiten und unterstützen
Rückhalt, Vertrauen und Gespräche innerhalb des Teams sowie Austausch mit ihrer Praxisausbildnerin bedeuten Muriel viel. Beim Joggen lüftet sie ihren Kopf aus. Es beeindruckt sie, wie sich die jungen Menschen sozial und kognitiv entwickeln - beispielsweise wie ein junger Bewohner im vergangenen Sommer seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat und in sein Berufsleben gestartet ist.
Sozialpädagogik HF, ein Beruf mit Zukunft
Die jungen Bewohnenden im Wohnhaus sind etwa gleich alt wie Muriel. «Der geringe Altersunterschied spielt, gemäss meiner Praxisausbildnerin, in meinem Fall keine Rolle. Im Gegenteil, vor allem die jungen Mädchen und Frauen öffnen sich mir gegenüber», erklärt Muriel. «In unserer zunehmend komplex werdenden Welt wird es auch zukünftig passionierte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen brauchen.»
Zusammenfassung in einfacher Sprache
Muriel macht eine Ausbildung zur Sozialpädagogin HF. Sie arbeitet im Wohnhaus Kleinhüningen, in dem junge Menschen wohnen. Muriel unterstützt die jungen Menschen. Die jungen Menschen haben ein schwieriges Leben. Muriel hilft ihnen bei Problemen und bei der Ausbildung. Muriel meint: Die Zusammenarbeit in meinem Team ist wichtig. Muriel freut sich, wenn sich die jungen Menschen entwickeln.